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Leben mit Demenzkranken
Neuburg, 11.08.2020 - 14:23 Uhr
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Leben mit Demenzkranken

Einen Angehörigen zu haben, der unter Altersdemenz leidet, ist ein schweres Los. Es ist erschütternd festzustellen, dass ein nahe stehender Mensch sich nach und nach verändert, dass er Fähigkeiten verliert, Ereignisse, Orte und Personen vergisst. Besonders bitter ist es für Angehörige, wenn sie im mittleren oder späten Stadium der Erkrankung nicht mehr erkannt werden.

Demenz – was ist das?
Menschen vergessen, verwechseln, irren. Mit zunehmendem Alter kommt das immer öfters vor. Bei einer Altersdemenz handelt es sich jedoch um eine langsam und unaufhaltsam fortschreitende Erkrankung des Gehirns (Zerstörung von Nervenzellen). Der Kranke vergisst zunächst die jüngsten Ereignisse, dann verliert er das vergangene Jahr und darauf das vergangene Jahrzehnt aus seiner Erinnerung. Er schreitet in seiner Erinnerung immer weiter zurück in die Wirklichkeit seiner Kindheit. Deshalb verhalten sich Demenzpatienten oft wie Kinder.

Symptome
Das Anfangsstadium ist gekennzeichnet durch Konzentrationsstörungen, Überforderungsgefühl, rasche geistige Erschöpfbarkeit, Antriebsarmut, Interessenlosigkeit, diffusen Ängsten und sozialem Rückzug. Vor allem das Einprägen neuer Informationen, also das Lernen, ist beeinträchtigt. In diesem Stadium kann der Betroffene seinen Alltag noch relativ eigenständig bewältigen unter Zuhilfenahme von Merkzetteln.

Im mittleren Stadium werden die Symptome auch für andere sichtbar: Es kommt zu auffälligen Gedächtnis- und Orientierungsstörungen. Die Kranken verlaufen sich in ihrer gewohnten Umgebung, entwickeln verstärkt Persönlichkeitsveränderungen, sind reizbar oder aggressiv. Das Urteilsvermögen ist eingeschränkt. Haushalt, Ernährung und Körperpflege werden zunehmend vernachlässigt. Der Betroffene braucht vermehrt Hilfe von Angehörigen oder Pflegekräften.

Im 3. Stadium der schweren Demenz ist der Kranke vollständig von der Hilfe anderer abhängig. Die Wohnung wird nicht mehr als Zuhause erkannt. Angehörige sind Fremde. Der Bezug zur Gegenwart, aber auch alte Erinnerungen gehen zunehmend verloren. Essen und Trinken sind ohne fremde Hilfe kaum noch möglich. Der Betroffene verliert die Kontrolle über Blase und Darm (oft auch schon im 2. Stadium) und muss Windeln tragen. Er kann zum bettlägerigen Pflegefall werden. Die Krankheitssymptome und der zeitliche Krankheitsverlauf sind jedoch nicht in jedem Fall gleich.

Selbst betreuen?
Die meisten Menschen sind sich ihrer Aufgabe als Ehepartner, Sohn oder Tochter bewusst, für ihre Angehörigen zu sorgen. Im ersten Stadium der Krankheit wird dies deshalb von den Angehörigen noch leicht mit „ja“ beantwortet. Mit Fortschreiten der Demenz wird die Betreuung anstrengender und anspruchsvoller. Die Kranken brauchen zunehmend Hilfe, was die psychischen und physischen (und oft auch finanziellen) Kräfte der Betreuer fordert. Die Pflege bedeutet in den späten Stadien einen 24-Stunden-Job, sieben Tage die Woche, 52 Wochen im Jahr. Bei allem Bestreben, dem geliebten Angehörigen gerecht zu werden und ihm bei dieser Erkrankung beizustehen, stoßen viele Betreuer schnell an die Grenzen ihrer Kräfte.

Sich Auszeiten gönnen
Die Betreuer sollten auf jeden Fall verhindern, dass in der eigenen Familie alles zu kurz kommt und sich das Leben aller nur noch um den Demenzkranken dreht. Wenn die Einschränkungen zu groß werden, spätestens wenn es zu Beziehungsproblemen in der Familie kommt oder wenn die Pflege schlicht krank macht, dann sollte erwogen werden, fremde Hilfe hinzuzuziehen, z.B. ambulante Pflegedienste, Tageskliniken, Kurzzeitpflege. Aber auch mit diesen Maßnahmen kommt der Punkt, an dem die Betreuer nicht mehr ausreichend entlastet werden, sodass der Wechsel in ein Pflegeheim erwogen werden sollte.

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