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Schutz vor Krebs: Vorbeugung & Früherkennung
Neuburg, 05.08.2020 - 21:01 Uhr
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Schutz vor Krebs: Vorbeugung & Früherkennung

Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Über 420.000 Menschen erkranken jährlich daran (lt. Deutschem Krebsforschungszentrum, Heidelberg). Experten fürchten, dass Krebsleiden den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die traurige Spitzenposition in der Todesursachen-Statistik streitig machen könnten. Es ist deshalb von besonderer Bedeutung, alle Möglichkeiten der Krebsvorbeugung zu nutzen und - soweit möglich - durch Früherkennung Tumore in einem Stadium festzustellen, in dem sie dauerhaft geheilt werden können.

Wie Krebs entsteht
Die Krebsentstehung ist ein komplexes Geschehen und vollzieht sich in vielen Schritten. Unterschiedliche Faktoren führen dazu, dass das Erbmaterial in Zellen des Körpers an Stabilität verliert, dass in den Genen gespeicherte Information verloren geht, verändert ist oder nicht so genutzt wird. Solche Veränderungen oder Mutationen können zur Folge haben, dass die normalerweise exakte Steuerung von Wachstum, Teilung und Überlebenszeit einer Zelle entgleist oder versagt. Die Zelle kann sich dann unkontrolliert vermehren - der Beginn des Krebswachstums. Veränderungen können durch äußere Einflüsse verursacht werden, aber auch zufällig durch Fehler bei der Zellteilung entstehen oder in manchen Fällen bereits vererbt sein. Weder die zufälligen noch die ererbten Veränderungen lassen sich aktiv verhindern. Das Krebsrisiko, das von persönlichen Verhaltensweisen und von äußeren Einflüssen ausgeht, kann man dagegen durchaus vermindern.

Risikofaktoren
Rauchen (25-30 % Anteil an der Krebsentstehung) und falsche Ernährung/ Übergewicht (20-40 % Anteil) sind mit Abstand die größten Risikofaktoren. Aber auch Alkohol, berufliche und genetische Faktoren, Infektionen, Luftschadstoffe und sich individuell sehr unterschiedlich auswirkende Faktoren wie medizinische Vorgeschichte, Medikamente und ionisierende Strahlung sind Risikofaktoren.

Vorbeugen für die Zukunft
Heute weiß man schon sehr viel über Krebserkrankungen und ihre Entstehung. Ein Komitee hochrangiger europäischer Krebsexperten formulierte daraus elf klare Empfehlungen als Leitfaden für gesundheitsbewusstes Verhalten im Allgemeinen und Krebsvorbeugung im Besonderen:

Regel 1: Nicht rauchen!

Schätzungen zufolge ist rund 1/3 aller Krebserkrankungen in den Industrieländern auf den Konsum von Tabak zurückzuführen. Besonders auffallend ist die Beziehung zwischen Rauchen und Lungenkrebs. Bei rund 90% der Männer und knapp 60-80% der Frauen, die an einem Tumor der Lunge leiden, ist die Krankheit auf das Rauchen von Zigaretten zurückzuführen. Lungenkrebs steht bei Männern als auch bei Frauen auf Rang 3 der Häufigkeitsstatistik von jährlichen Krebsneuerkrankungen – bei Männern nach Prostatakrebs und Darmkrebs, bei Frauen nach Brustkrebs und Darmkrebs. Doch nicht nur am Lungenkrebs, auch an der Entstehung anderer Krebsarten ist das Rauchen beteiligt. Darüber hinaus verursacht das Rauchen chronische Bronchitis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle sowie eine ganze Reihe von weiteren schweren Erkrankungen.
Daher ist es kein Wunder, dass die Lebenserwartung von langjährigen Rauchern drastisch eingeschränkt ist. Etwa die Hälfte der Raucher, die schon in jungen Jahren damit angefangen haben, stirbt an den Folgen des Rauchens. Im mittleren Lebensalter ist ihre Sterblichkeit dreimal so hoch wie die von Nichtrauchern. Der Verlust an Lebenserwartung beträgt im Durchschnitt dann 20 bis 25 Jahre. Auch Raucher, die ein höheres Alter erreichen, müssen immer noch damit rechnen, dass sie 7-8 Jahre früher sterben als der Durchschnitt ihrer nicht rauchenden Altersgenossen.
Neben Nikotin und Teer wurden bislang im Tabakrauch mehrere Dutzend krebserzeugende Substanzen nachgewiesen, darunter auch Nitrosamine, Benzol, Formaldehyd, Arsen, Nickel und Cadmium. Sogar radioaktive Moleküle wurden gefunden. Das Risiko steigt mit der Anzahl der gerauchten Zigaretten und mit der Dauer der „Raucherkarriere“, die in der Regel umso länger ist, je früher man mit dem Rauchen beginnt. Die Entwicklung des Rauchverhaltens von Kindern und Jugendlichen bereitet Experten deshalb wachsende Sorgen: Es wird die Gesundheitssituation der Bevölkerung in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts maßgeblich bestimmen. Die Zahlen von Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden weiter steigen. Daher sind alle Maßnahmen wichtig, die Kinder und Jugendliche von vornherein vom Rauchen abhalten z.B. der Preis, Einschränkungen der Tabakwerbung, kein Zugang zu Zigaretten usw. Wichtig ist vor allem das Vorbildverhalten der Eltern!
Hören Sie so schnell wie möglich mit dem Rauchen auf! Wenn das nicht gelingen sollte, dann rauchen Sie wenigstens nicht in Anwesenheit von Nichtrauchern, denn Passivrauchen trägt nachweislich zur Entstehung von Lungenkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen einschließlich Herzinfarkt, Schlaganfällen und Atemwegserkrankungen bei Erwachsenen und Kindern bei. Mehr Informationen über das Rauchen, Passivrauchen und Unterstützung beim Aufhören bietet das Deutsche Krebsforschungszentrum, online unter www.tabakkontrolle.de.

Regel 2: Übergewicht vermeiden

Kalorienreiche, insbesondere fettreiche Ernährung führt zusammen mit Bewegungsmangel zu Übergewicht und schließlich zu krankhafter Fettsucht (Adipositas). Übergewicht verringert die Lebenserwartung und ist Mitursache vieler so genannter Zivilisationskrankheiten. Im Jahr 2003 war knapp die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland übergewichtig, davon ein Viertel schwerwiegend. Die ebenfalls besorgniserregend wachsende Zahl zu dicker Kinder und Jugendlicher wird sich, so die Experten, schon bald auf die Statistik typischer Erkrankungen auswirken und damit auch auf die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland. Übergewicht erhöht nicht nur das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und Zuckerkrankheit, sondern auch das Krebsrisiko.

Die früher gebräuchliche Formel zur Errechnung des Normalgewichts ist heute durch den so genannten „body mass index“ (BMI) abgelöst worden. Dieser Wert wird wie folgt ermittelt:
BMI = Körpergewicht in kg geteilt durch Körpergröße mal Körpergröße in m.
Beispiel: Sie sind eine Frau, 1,70 Meter groß und wiegen 75 Kilo - dann ist der Bodymass-Index: 75 (kg) geteilt durch 1,70 (m) x 1,70 (m) = 75 : 2,89 = 25,95. Das ist bereits minimales Übergewicht. Normal ist für Frauen ein BMI zwischen 19 und 24 und für Männer 20 bis 25. Was darunter liegt, gilt als Untergewicht, Werte über 25 als Übergewicht bzw. ab einem BMI von 30 als Fettleibigkeit (Adipositas).

Das Dickdarmkrebsrisiko steigt kontinuierlich mit dem Körpergewicht oberhalb des normalen Bereichs. Bei einem BMI von 30 ist das Risiko bis zu doppelt so hoch. Bei Männern scheint dieser Zusammenhang besonders ausgeprägt zu sein. Aus weit über hundert Studien liegen übereinstimmende Hinweise darauf vor, dass Übergewicht bei Frauen nach den Wechseljahren das Brustkrebsrisiko erhöht – um rund ein Drittel bei einem BMI von 28 gegenüber weniger als 21. Unklar ist dagegen, was Übergewicht bei Mädchen und jungen Frauen vor den Wechseljahren bewirkt. Wesentlich deutlicher ist der Zusammenhang zwischen Übergewicht und dem Risiko, an Krebs der Gebärmutterschleimhaut zu erkranken. Bei einem BMI von über 25 ist es 2-3x höher als bei Normalgewicht. Sowohl in Bezug auf Brustkrebs als auch auf Endometriumkrebs spielt hier eine Rolle, dass diese hormonempfindlichen Gewebe bei übergewichtigen Frauen über die normale Grenze – die Wechseljahre – hinaus dem Einfluss von Östrogenen ausgesetzt sind. Denn im Fettgewebe wird unabhängig von der Funktion der Eierstöcke Östrogen gebildet. Dieser verlängerte Östrogeneinfluss kann die Krebsentstehung begünstigen. Auch ein Zusammenhang von Übergewicht und Krebserkrankungen der Niere und der unteren Speiseröhre ist gesichert.

Regel 3: Mehr Bewegung

Körpergewicht und körperliche Bewegung hängen eng zusammen. Wer sich viel und regelmäßig bewegt, ist selten dick, und umgekehrt ist Bewegungsmangel, besonders bei „sitzendem Beruf“, ein häufiger Grund für Übergewicht. Die Ergebnisse großer Untersuchungen sprechen dafür, dass regelmäßige körperliche Aktivität das Risiko der Erkrankung an Dickdarmkrebs senken kann. Auch für Brustkrebs und Krebs des Gebärmutterkörpers wurde ein solcher Zusammenhang festgestellt, der wie im Fall von Darmkrebs zumindest teilweise mit dem Körpergewicht gekoppelt ist (siehe Regel 2). Einiges deutet darauf hin, dass das Prostatakrebsrisiko ebenfalls durch körperliche Bewegung günstig beeinflusst wird, auch wenn hier noch keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen.
Selbst unabhängig vom Gewicht scheint regelmäßige körperliche Betätigung eine gewisse Schutzwirkung zu haben. Eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums zeigte, dass schon moderates regelmäßiges Radfahren das Brustkrebsrisiko bei sonst nicht aktiven Frauen um ein Drittel senken konnte. Regelmäßig heißt, sich eine halbe Stunde so zu bewegen, dass man leicht ins Schwitzen kommt, und dies dreimal pro Woche. Mehr ist wahrscheinlich noch besser. In Bewegung kann man sich übrigens nicht nur beim Sport bringen, sondern auch im Alltag – durch bewusstes Treppensteigen statt Aufzug fahren, flottes Marschieren statt mit dem Auto zu fahren, kräftige Gartenarbeit oder Großputz im Haus. Zusammen mit einer gesunden Ernährung schützt körperliche Bewegung vor Übergewicht, verbessert den allgemeinen Gesundheitszustand und hilft, Krebserkrankungen vorzubeugen. Eltern sollten bei ihren Kindern schon frühzeitig darauf achten, dass sie nicht übergewichtig werden und sich ausreichend körperlich bewegen. Aber auch später im Leben ist ein „Neuanfang“ sinnvoll und gesund. Menschen mit Vorerkrankungen sollten ihr Bewegungsprogramm mit dem Arzt abstimmen.
Regel 4: Mehr Obst & Gemüse, weniger Fett
Die Ergebnisse großer Ernährungsstudien in verschiedenen Ländern der Welt lassen mittlerweile kaum noch Zweifel daran zu, dass eine ausgewogene Kost, die reich an Obst und Gemüse und damit an Vitaminen, sekundären Schutzstoffen und Ballaststoffen ist, das Krebsrisiko senkt. Überernährung führt dagegen leicht zu Übergewicht und begünstigt dadurch die Entstehung von Krebs. Auch der häufige Genuss gepökelter, geräucherter und stark gesalzener Lebensmittel gilt als krebsbegünstigend. Die stärksten krebserregenden Substanzen in Lebensmitteln sind die Giftstoffe einiger Schimmelpilze. Sie können zum Beispiel auf verschimmeltem Brot oder anderen Getreideprodukten, in Gewürzen und Nüssen vorkommen.
Ein Fazit der gesammelten Daten und Studienergebnisse ist die „Fünf-am-Tag“-Empfehlung, d.h. fünfmal am Tag Obst und Gemüse essen: 2 Portionen Obst und 3 Portionen Gemüse täglich senken das Krebsrisiko. Eine Portion entspricht dabei etwa einer Handvoll rohen Obstes oder Gemüses, von gekochtem und zerkleinertem Gemüse dürfen es zwei Hände voll sein. Auch ein Glas Saft (0,2 l) gilt als eine Portion. Auch Tiefgekühltes, getrocknetes Obst oder Konserven sind im Wechsel mit erntefrischem Obst und Gemüse sowie Säften erlaubt. Diese Ernährungsweise ist nicht nur wegen der Reduzierung des Krebsrisikos, sondern auch wegen ihrer positiven Effekte auf die Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Gicht zu empfehlen.

Regel 5: Weniger Alkohol trinken

Die gesundheitlichen Auswirkungen regelmäßigen hohen Alkoholkonsums sind umfassend untersucht: Praktisch alle Organsysteme können geschädigt werden. Eine krebsfördernde Wirkung wurde beim Menschen vor allem im Mund-Rachen-Raum und in der Speiseröhre nachgewiesen. Die Leber wird ganz besonders geschädigt, vor allem wenn noch andere Risikofaktoren wie eine Hepatitis-Infektion vorliegen. Langfristig kommt es zu einer Leberschrumpfung (Leberzirrhose), aus der Leberkrebs entstehen kann. Alle einschlägigen Studien zeigen, dass der entscheidende Risikofaktor die Menge des täglich konsumierten Alkohols ist. Männern sollten nicht mehr als 20 Gramm Alkohol pro Tag zu sich zu nehmen, Frauen nur 10 Gramm pro Tag. Zur Orientierung: ¼ Liter Wein = ½ Liter Bier = 3 Gläschen Schnaps = 20 Gramm Alkohol.

Regel 6: Intensive Sonnenbestrahlung vermeiden

Die Anzahl der Neuerkrankungen an Hautkrebs ist in den letzten Jahrzehnten drastisch gestiegen. Intensive Sonnenbestrahlung während Urlaub und Freizeit ist in Mitteleuropa das Risiko Nummer eins für Hautkrebs. Das individuelle Hautkrebsrisiko ist von Mensch zu Mensch verschieden, es hängt von der Pigmentierung der Haut – dem Hauttyp – ab. Dunkelhäutige Menschen haben ein geringeres Risiko als Menschen mit heller Haut, zahlreichen Leberflecken, Muttermalen und Sommersprossen. Vor allem Menschen mit heller Haut, die ständig in sonnigen Gebieten oder großer Höhe leben oder hauptsächlich unter freiem Himmel arbeiten, müssen sich vor intensiver Sonnenbestrahlung besonders gut schützen. Wer zu Sonnenbrand neigt, sollte Zeit seines Lebens vorsichtig im Umgang mit der Sonne sein. Besonders bei Kindern und Jugendlichen sollte auf intensiven Sonnenschutz geachtet werden. Sonnenbrände vor dem 15. Lebensjahr erhöhen das Risiko, später im Leben an einem Melanom zu erkranken. Trotzdem müssen weder größere Kinder noch Erwachsene die Sonne grundsätzlich meiden – sie müssen nur den richtigen Umgang mit ihr lernen.

Empfehlungen zur Begrenzung gesundheitlicher Risiken beim Sonnenbaden: Die Haut langsam an längere Sonnenbestrahlung gewöhnen. Ggf. die Mittagsstunden zwischen 12 und 15 Uhr im Schatten verbringen. Die Anzahl von intensiven Sonnenbädern auf etwa 50 pro Jahr beschränken. Sonnenbrand vermeiden. Kleinkinder besonders gut vor starker Sonneneinstrahlung schützen, denn die UV-Dosis, die man in den ersten Lebensjahren erhält, ist ein bestimmender Faktor bei der Entstehung von Hauttumoren. Der beste Sonnenschutz sind geeignete Kleidung, Hut und Sonnenbrille. Unbedeckte Körperpartien mind. 30 min vor dem Sonnenbad mit Sonnenschutzmitteln einreiben, die vor UVA- als auch UVB-Strahlen schützen.

Auch Solarien, bei denen ein Teil der UV-Strahlung herausgefiltert wird, um Sonnenbrand zu vermeiden, bleiben aufgrund ihrer hohen Bestrahlungsstärke eine Gefahr für die Haut. Aus gesundheitlicher Sicht ist es auch unsinnig, die Haut vor dem Urlaub mit UV-A-Strahlen aus dem Solarium optisch „vorzubräunen“. UV-A-Strahlung führt nicht zur Ausbildung einer Lichtschwiele, dem natürlichen Eigenschutz der Haut, so dass die Vorbräunung die Gefahr eines Sonnenbrandes nicht verringert.


Regel 7: Auf Schadstoffe achten

Schadstoffe am Arbeitsplatz sorgen immer wieder für Beunruhigung. Hier ist der Schutz des Einzelnen aber bereits sehr gut gewährleistet. Was in der Verantwortung jedes Einzelnen liegt, ist die strikte Einhaltung der Schutzvorschriften und Schutzmaßnahmen. Typische Schadstoffbelastungen in Privathaushalten, z.B. durch Insektengifte oder bis vor kurzem noch durch Holzschutzmittel, spielen entgegen bisheriger Meinung nur eine geringere Rolle. Es bleiben jedoch wenige weitere Quellen für mögliche Innenraumbelastungen, die ein Krebsrisiko bergen. Als wichtigster Schadstoff in Wohn- oder Büroräumen gilt heute Tabakrauch!!! Schadstoffbelastungen in der Umwelt tragen weit weniger zur Entstehung von Krebserkrankungen bei als vielfach befürchtet.

Früherkennung

Die Empfehlungen der Regeln 1 bis 7 zielen auf eine Veränderung der Lebensführung und auf eine Vermeidung von Krebsrisikofaktoren, also auf echte Krebsvorbeugung. Weil sich aber Krebserkrankungen nicht grundsätzlich vermeiden lassen, kann es von entscheidender Bedeutung sein, eine Erkrankung in einem Stadium zu erkennen, in dem sie erfolgreich zu behandeln ist. Deshalb ist es wichtig, mögliche körperliche Anzeichen von Krebserkrankungen zu kennen und bei sich selbst zu beachten. Es geht um Symptome oder Beschwerden, die durch eine Krebserkrankung hervorgerufen werden können – aber nicht müssen!!
Die meisten dieser Anzeichen haben fast immer andere Ursachen, aber sie sollten vom Arzt abgeklärt werden: z.B. ungewöhnliche Schwellungen oder Knoten an der Haut, der Schleimhaut oder in Weichteilen, ● vergrößerte Lymphknoten am Hals, in der Achselhöhle oder in der Leiste, ● nicht heilende Wunden oder Geschwüre, auch im Mund, ● Hautmale, deren Größe, Form oder Farbe sich verändert haben, ● ungewöhnliche Blutungen oder Absonderungen aus Körperöffnungen, wie Blut im Stuhl, im Urin oder in Erbrochenem, ● blutiger Ausfluss bei Frauen nach den Wechseljahren, ● blutige Absonderungen aus der Brustwarze. Gehen Sie auch zum Arzt, wenn Sie anhaltende Beschwerden haben wie z.B. chronische Heiserkeit oder anhaltenden Husten, ● unerklärlichen und ungewollten Gewichtsverlust, ● anhaltende Appetitlosigkeit, ● anhaltendes Druck- oder Völlegefühl im Bauchraum, ● anhaltende Schluckbeschwerden, ● anhaltendes Aufstoßen oder Erbrechen, ● blutiger Auswurf, ● Veränderungen beim Stuhlgang oder bei den Stuhlgewohnheiten usw.
Die Regeln 8, 9 und 10 beziehen sich auf Krebsfrüherkennungs-Untersuchungen (Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs, Brustkrebs und Dickdarmkrebs), deren Nutzen sich in Studien erwiesen haben und die auch vom Rat der Europäischen Union empfohlen werden, denn besser als Beschwerden abzuklären ist eine „echte“ Früherkennung im symptomlosen Stadium, wenn ein bösartiger Tumor noch gar keine Beschwerden verursacht. Nutzen Sie deshalb die gesetzliche Krebsvorsorge in Deutschland!
Für Frauen: Gebärmutterhalskrebs - ab 20 J. einmal jährlich Untersuchung des äußeren und inneren Genitales und Abstrichuntersuchung von Gebärmuttermund und Gebärmutterhals. Brustkrebs - ab 30 einmal jährlich Abtastung der Brüste und der Achselhöhlen, Anleitung zur Brustselbstuntersuchung; ab 50 bis einschließlich 69 alle zwei Jahre Einladung zur Mammographie. Hautkrebs - ab 30 einmal jährlich gezielte Befragung nach Hautveränderungen. Für Männer: Prostatakrebs - ab 45 einmal jährlich Abtastung der Prostata vom Enddarm aus, Untersuchung des äußeren Genitales und Abtastung der Lymphknoten in der Leiste, Hautkrebs - ab 45 einmal jährlich gezielte Befragung nach Hautveränderungen. Für Frauen und Männer: Dickdarmkrebs - ab 50 einmal jährlich Austastung des Enddarms (digitale rektale Untersuchung) und Test auf verborgenes (okkultes) Blut im Stuhl. Ab 55 eine Dickdarmspiegelung (Koloskopie), einmalige Wiederholung nach 10 oder mehr Jahren ODER anstelle der Koloskopie ab 55 Jahren Test auf okkultes Blut alle 2 Jahre.

Regel 11: Impfungen wahrnehmen

Leberzellkrebs entsteht in den meisten Fällen auf dem Boden einer chronischen Infektion mit dem Hepatitis B- oder Hepatitis C-Virus. Ein wirksamer Impfstoff gegen den B-Typ ist bereits seit 20 Jahren verfügbar. Allerdings werden in den meisten Ländern Europas überwiegend nur erwachsene Risikopersonen geimpft, etwa medizinisches Personal, obwohl eine Infektion bei der Geburt und in der Kindheit ein weit größeres Risiko birgt, dass sich als Folge später Leberkrebs entwickelt. Die Empfehlung der Experten lautet: Nehmen Sie an Impfprogrammen gegen Hepatitis B teil, wenn sie angeboten werden, und lassen Sie insbesondere Ihre Kinder impfen. Intensiv arbeiten Forscher an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Hepatitis C-Virus (HCV), das wie das Hepatitis B-Virus (HBV) als Verursacher von Leberzellkrebs im Verdacht steht.

Anlaufstellen und Adressen

Wer versucht, die Empfehlungen des Europäischen Kodex gegen Krebs so gut wie möglich umzusetzen, trägt viel zur Senkung seines persönlichen Krebsrisikos und auch des Krebsrisikos seiner Familie bei – und lebt generell gesünder! Ausführliche Informationen gibt es in der Broschüre "Schutz vor Krebs", die beim Krebsinformationsdienst KID, Deutsches Krebsforschungszentrum, Im Neuenheimer Feld 280, 69120 Heidelberg, E-Mail sekretariat-kid@dkfz.de bestellt werden kann. Der KID bietet Betroffenen und Interessierten aktuelle Informationen zu allen krebsbezogenen Themen in verständlicher Sprache auch per Telefon 0 800 - 420 30 40 (tägl. 8-20 Uhr, Anruf aus dem deutschen Festnetz ist kostenlos), per E-Mail: krebsinformationsdienst@dkfz.de und im Internet unter www.krebsinformation.de

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