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Rubrik: Regional

11.October.2018

Wie gehen Politiker mit Umfragewerten um?

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München: Sind sie gut, verleiten sie zu Höhenflügen - sind sie schlecht, werden Verantwortliche gesucht: Die Gunst des Wählers ist in der Politik ein hohes Gut. Wer sie verliert, muss handeln. Dabei sind verschiedene Vorgehensweisen zu beobachten.

Es soll ja Politiker und Wahlkampfstrategen geben, die sich den Termin einer Vorwahl-Umfrage im Kalender markieren. Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag, gehört nicht dazu:

"Man registriert das natürlich, wenn Umfrage-Ergebnisse veröffentlicht werden, gerade vor einer Wahl wird ja auch ganz breit darüber berichtet. Aber man soll's nicht überschätzen.“ Anton Hofreiter

Bloß nicht übermütig werden?

Dabei hätten die Grünen berechtigte Gründe für einen Freudentaumel: Laut der jüngsten ARD-Umfrage liegen sie in Bayern bei 18 Prozent und sind zweitstärkste Kraft. Auch im Bund sind ihre Umfragewerte über den Ergebnissen der letzten Bundestagswahl. Kein Grund für Höhenflüge, meint dagegen Anton Hofreiter:

"Eines der wichtigsten Dinge, wie man mit diesen positiven Werten vernünftig umgeht, ist, dass man nicht übermütig wird. Dass man sich bewusst ist: Das sind nur Umfragen, keine Wahlergebnisse. Dass die Situation volatil ist.“ Anton Hofreiter

Kurz freuen – und weitermachen

Zur Zurückhaltung mahnend - das ist eine Strategie, wenn die Umfragewerte für eine Partei erfreulich sind. Eine andere ist diese: "Wir freuen uns jetzt einen Tag“, sagte CSU-Chef Seehofer vor der Bundestagswahl, "und weil Stimmungen sehr vergänglich sind, wird dann wieder hart gearbeitet für den Wahlerfolg im September.“

Im Mai 2017 war das, da lag die CSU im BayernTrend des Bayerischen Rundfunks zur Bundestagswahl bei 48 Prozent. Danach ging es bergab für die Christsozialen in der Zustimmung der Wahlberechtigten.

In den Reaktionen auf sinkende Umfragewerte sind verschiedene Strategien zu beobachten.

Strategie 1: Die Bedeutung der Umfrage herunterspielen

"Ich rate davon ab, zu viel Wert auf die Umfrage zu legen. In vier Wochen kann sich noch unheimlich viel bewegen.“, sagte der CSU-Innenpolitiker Stephan Mayer im September. Und sein Parteikollege, Landesgruppenchef Alexander Dobrindt, meint: "Die Lehre aus den Umfragen der Vergangenheit zeigt ja, dass sie über Wahlergebnisse am Schluss relativ wenig aussagen können.“

Der Grünen-Abgeordnete Omid Nouripour verwies 2017 auf die persönlichen Erfahrungen im Bundestagswahlkampf, die ja mit den Umfragen zu diesem Zeitpunkt gar nicht übereinstimmten: "Das, was wir an Feedback bekommen von den Leuten an den Ständen oder an den Haustüren ist ehrlich gesagt super. Wir sind gut gewappnet und ich mache mir keine Sorgen."

Strategie 2: Der Verweis auf die noch Unentschiedenen

"Die Umfragen lese ich ja auch. Und alle Umfragen haben eins gemeinsam: Fast jeder zweite Wähler in diesem Lande ist nicht entschieden. Also wird der Wahlkampf jetzt richtig spannend. An die Unentschiedenen will ich ran“, sagte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz einen Monat vor der Bundestagswahl 2017.

Und auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder sagte im Juli dieses Jahres:

"Klar ist auch: Das sind jetzt aktuelle Stimmungen. Mehr als die Hälfte der Wählerinnen und Wähler hat sich noch überhaupt nicht festgelegt und entschieden." Markus Söder, CSU-Spitzenkandidat

Strategie 3: Schuldige suchen

Gefunden werden sie - vor der bayerischen Landtagswahl - vor allem in Berlin:

"Wir haben seit einigen Tagen, seit einigen Wochen, eine heftige Kampagne, auch eine Schmutzkampagne von links. Man sagt der CSU alle möglichen Sachen nach, für die wir nie standen, für die wir nicht stehen“, sagte Generalsekretär Markus Blume als Reaktion auf den BayernTrend des Bayerischen Rundfunks im Juli; die CSU kam auf 38 Prozent.

Am gleichen Tag äußerte sich auch Spitzenkandidat und Ministerpräsident Söder: "Fakt ist aber natürlich, dass die Debatte, die jetzt in Berlin die letzten Wochen war, natürlich die Stimmung geprägt hat. Ist doch ganz klar.“

Doch auch die bayerische SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen sieht die Gründe für die schlechter werdenden Umfragewerte - 13 Prozent waren es im Juli - in den Streitigkeiten in Berlin: "Die SPD ist in der Bundesregierung beteiligt; die Menschen nehmen uns natürlich wahr als Teil dieser Regierung.“

Strategie 4: Den Kampfmodus einschalten

Die am häufigsten angewandte Strategie der Politiker bei sinkender Wählergunst ist es, Zuversicht zu verbreiten und siegessicher auf das Ziel zuzustreben. Stephan Mayer von der CSU vor etwa einem Monat, Martin Schulz von der SPD und Margarete Bause vor der Bundestagswahl sind da beispielhaft:

"Wir gehen gerade jetzt auch in die Schlussphase des Landtagswahlkampfes als ein starker monolithischer Block.“ Stephan Mayer

"Wahlen sind Langstreckenläufe und werden im Endspurt entschieden. Insofern habe ich da eine stabile innere Gefühlslage.“ Martin Schulz

"Deswegen werden wir in den kommenden Wochen mit Zuversicht und Leidenschaft deutlich machen, warum es wichtig ist, das Kreuz bei den Grünen zu machen.“ Margarete Bause

Nerven behalten, Ruhe bewahren

Letztendlich gibt es aber wohl nur zwei Strategien, die einem Politiker im Umgang mit Umfragewerten tatsächlich helfen könnten.

Zum einen: Sich nicht verrückt machen zu lassen. Das, so räumte SPD-Kanzlerkandidat Schulz vor der Bundestagswahl ein, könne er von Kanzlerin Angela Merkel lernen: "Nerven behalten. Und auch, wenn die Umfragewerte mal nach unten gehen, nicht nervös werden.“

Und zum anderen: Die Ziele nicht an Zahlen festzumachen, wie AfD-Fraktionschefin Alice Weidel vor der Bundestagswahl: "Wir sind, oder ich persönlich bin mit jedem Ergebnis zufrieden, das uns in den Bundestag bringt.“

Eine Zielvorgabe, mit der auch die meisten Parteien bei der Bayerischen Landtagswahl am Ende erfolgreich sein könnten. - BR

Quelle: Rundschau-Newsletter




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